Kieferorthopädie DDr. Birgit Schustereder

Wann frühe Kieferorthopädie sinnvoll ist – und wann nicht

Der Jahresanfang ist für viele Familien ein guter Moment, genauer hinzuschauen. Termine werden sortiert, Routinen kehren zurück, und manches, was im Alltag gern liegen bleibt, rückt wieder in den Fokus. Für viele Eltern gehört auch diese Frage dazu: 

Entwickeln sich Zähne und Kiefer meines Kindes eigentlich so, wie sie sollen?

Manchmal lautet die Antwort ganz entspannt: Ja, alles passt. Und manchmal zeigt sich, dass ein früher kieferorthopädischer Blick sinnvoll sein kann.

Was bedeutet Frühbehandlung überhaupt? 

Von einer Frühbehandlung spricht man meist im Alter zwischen etwa sechs und neun Jahren. In dieser Phase sind oft noch Milchzähne vorhanden, während die ersten bleibenden Zähne bereits durchbrechen. Ziel ist nicht, möglichst früh eine Zahnspange einzusetzen, sondern vorhandene Wachstumsphasen gezielt zu nutzen. In diesem Alter lassen sich Kiefer, Zahnbögen und bestimmte Entwicklungen oft noch sanft beeinflussen. 

Typische Befunde, bei denen eine Frühbehandlung sinnvoll sein kann

Bei diesen Anzeichen lohnt es sich, genauer hinzuschauen:  ·      

  • Zu schmaler Oberkiefer: Ist der Oberkiefer sehr schmal, fehlt später häufig Platz für die bleibenden Zähne. Eine frühe Erweiterung kann Raum schaffen und Engstände reduzieren.·      
  • Kreuzbiss: Bei einem Kreuzbiss greifen einzelne Zähne oder ganze Kieferabschnitte nicht korrekt ineinander. Bleibt das unbehandelt, kann es das Kieferwachstum ungünstig beeinflussen.·      
  • Deutlicher Überbiss: Passen Ober- und Unterkiefer nicht gut zueinander, kann frühes Gegensteuern sinnvoll sein – besonders solange das Wachstum noch aktiv ist.·      
  • Gewohnheiten wie Daumenlutschen oder langes Schnuller-Nuckeln: Diese Habits können Zähne und Kiefer dauerhaft beeinflussen. Auch wenn die Gewohnheit bereits beendet ist, lassen sich mögliche Folgen früh oft besser ausgleichen.·  
  • Auffällige Mundatmung oder Sprachprobleme: Auch diese Punkte können mit der Kiefer- und Zahnstellung zusammenhängen und sollten im Gesamtbild betrachtet werden.

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Warum Abwarten nicht immer die beste Lösung ist

Vielleicht haben Sie schon gehört: „Das verwächst sich schon.“ In manchen Fällen stimmt das tatsächlich. In anderen leider nicht. Bestimmte Fehlstellungen können sich mit dem Wachstum verstärken oder später nur mit deutlich mehr Aufwand korrigiert werden. 

Eine Frühbehandlung kann:·      

  • das natürliche Wachstum gezielt lenken·      
  • spätere, umfangreichere Behandlungen verkürzen oder sogar vermeiden·      
  • die Entwicklung von Kiefergelenken und Muskulatur positiv unterstützen·      
  • Ihrem Kind früh ein entspannteres Kauen und Beißen ermöglichen

Wie läuft eine Frühbehandlung ab? 

Wichtig für Sie zu wissen: Frühbehandlung bedeutet nicht automatisch eine lange oder belastende Therapie. Häufig kommen herausnehmbare, kindgerechte Apparaturen zum Einsatz, die nur über einen begrenzten Zeitraum getragen werden. Danach folgt oft eine Beobachtungsphase, bis – falls nötig – später weiterbehandelt wird. 

Dabei erklären wir Ihnen alles bis ins kleinste Detail: warum wir eine Behandlung empfehlen, wie lange sie voraussichtlich dauert und was realistisch erreicht werden kann. Gerade bei jungen Patientinnen und Patienten ist Transparenz entscheidend – für Ihr Kind ebenso wie für Sie.

Jahresbeginn: ein guter Zeitpunkt für Klarheit 

Nach den Feiertagen kehrt wieder mehr Alltag ein, Termine lassen sich besser planen, Routinen greifen. Ein Kontrolltermin zu Jahresbeginn kann helfen, Klarheit zu gewinnen:

Braucht Ihr Kind jetzt Unterstützung oder reicht entspanntes Abwarten? Beides ist vollkommen in Ordnung. Entscheidend ist, dass die Einschätzung auf einer fundierten fachlichen Grundlage beruht.

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Unser Fazit 

Eine Frühbehandlung ist kein Muss, aber in manchen Fällen eine echte Chance. Sie nutzt Wachstumsphasen, kann spätere Behandlungen erleichtern und schafft gute Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung von Zähnen und Kiefer. 

Wenn Sie unsicher sind oder eine fachliche Einschätzung wünschen: Die Kieferorthopädie DDr. Birgit Schustereder nimmt sich gern Zeit für Ihre Fragen.

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