In den Sommerferien ist endlich mehr Zeit für Fußball, Feriencamp, Skatepark, Reiten oder eine Runde mit dem Mountainbike. Eine Zahnspange muss dabei nicht bremsen. Kinder und Jugendliche können während der kieferorthopädischen Behandlung ganz normal Sport treiben. Bei Aktivitäten, bei denen es zu Zusammenstößen, Stürzen oder Treffern im Gesicht kommen kann, gehört allerdings ein geeigneter Mundschutz zur Ausrüstung.
Ein Ball, ein Ellbogen oder ein Sturz: Oft reicht ein kurzer Moment, um einen Zahn zu beschädigen. Zähne können abbrechen, sich lockern oder verschieben. Bei einer festen Zahnspange kommt ein weiteres Risiko hinzu. Brackets und Bögen können bei einem Aufprall gegen Lippen oder Wangen drücken und dort Verletzungen verursachen. Auch Teile der Spange können sich lösen oder verbiegen.
Ein gut sitzender Sportmundschutz dämpft den Aufprall und verteilt die Kräfte. Gleichzeitig bildet er eine weiche Barriere zwischen Zahnspange und Weichgewebe. Verletzungen lassen sich damit nicht vollständig ausschließen, ihr Risiko und ihre Schwere können jedoch deutlich reduziert werden.
Dass beim Boxen, Eishockey oder bei Kampfsportarten ein Zahnschutz sinnvoll ist, liegt auf der Hand. Doch auch bei vielen anderen Sportarten können Zähne und Zahnspange gefährdet sein, zum Beispiel: ·
Entscheidend ist deshalb weniger der Name der Sportart als die Frage: Wie wahrscheinlich sind Körperkontakt, hohe Geschwindigkeit, ein Sturz oder ein Treffer im Gesicht? Ist das Risiko erhöht, sollte ein Mundschutz getragen werden – beim Wettkampf ebenso wie im Training, im Schulsport oder im Feriencamp.
Ein gewöhnlicher Mundschutz eignet sich nicht automatisch für das Tragen über Brackets und Bögen. Sitzt er zu eng, kann es unangenehm drücken, schlecht halten oder die Zahnspange belasten. Ein Mundschutz für feste Zahnspangen ist deshalb etwas großzügiger gearbeitet. Er bietet Platz für die Brackets und berücksichtigt, dass sich die Zähne während der Behandlung bewegen.
Wichtig ist, nicht einfach irgendein Modell zu kaufen und selbst möglichst eng anzupassen. Besonders Mundschutze, die in heißem Wasser erwärmt und anschließend an die Zähne angeformt werden, sind bei einer festen Spange nicht immer geeignet. Welche Variante zur Sportart und zur aktuellen Behandlungsphase passt, sollte mit der Kieferorthopädin besprochen werden.
Da sich Zahnstellung und Kiefer im Laufe der Behandlung verändern, muss auch der Sitz regelmäßig kontrolliert werden. Ein neuer Mundschutz kann nötig sein, wenn er: ·
Eine herausnehmbare Zahnspange oder ein Aligner ersetzt keinen Sportmundschutz. Bei Kontaktsportarten und Aktivitäten mit erhöhtem Sturz- oder Aufprallrisiko werden sie vor dem Sport herausgenommen. Stattdessen kommt ein passender Zahnschutz zum Einsatz.
Die Zahnspange oder die Aligner gehören in dieser Zeit in ihre stabile Aufbewahrungsbox – nicht lose in die Sporttasche, in die Hosentasche oder in ein Taschentuch. So gehen sie nicht verloren und werden nicht beschädigt. Nach dem Sport werden die Zähne, wenn möglich, kurz gereinigt oder zumindest gründlich mit Wasser gespült, bevor die Spange/der Aligner wieder eingesetzt wird.
Viele Zahnverletzungen passieren nicht im entscheidenden Spiel, sondern beim normalen Training oder spontanen Kicken mit Freunden. Der Sportmundschutz sollte deshalb immer dabei sein und konsequent getragen werden, sobald ein entsprechendes Risiko besteht.
Gerade in den Ferien, wenn Kinder und Jugendliche neue Sportarten ausprobieren oder an Camps teilnehmen, lohnt sich vorab ein kurzer Check: ·
Nach dem Sport wird der Mundschutz mit kaltem oder lauwarmem Wasser abgespült und regelmäßig mit einer weichen Zahnbürste gereinigt. Heißes Wasser und direkte Sonne können das Material verformen. Am besten trocknet er in einer belüfteten Box.
Auch mit guter Ausrüstung lässt sich ein Unfall nicht immer verhindern. Nach einem Schlag oder Sturz sollte der Sport zunächst unterbrochen und der Mund kontrolliert werden.
Eine zeitnahe zahnärztliche oder kieferorthopädische Abklärung ist wichtig, wenn: ·
Sport und Zahnspange lassen sich gut verbinden – mit dem richtigen Schutz und ein wenig Vorbereitung.
Ihr Kind betreibt eine Sportart mit Körperkontakt oder erhöhtem Verletzungsrisiko? Sprechen Sie uns beim nächsten Termin an. Wir beraten Sie gerne, welcher Mundschutz für die Zahnspange, die Sportart und die aktuelle Behandlungsphase geeignet ist.
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